Behandlungsgebiete

Hämorrhoiden

Als Hämorrhoiden bezeichnet man die bei jedem Menschen vorhandenen Gefäßpolster, die den unteren Analkanal abdichten und ein wichtiger Bestandteil der „sensiblen Kontinenz“, also der bewußten Fähigkeit Stuhl zurückzuhalten, sind. Im Laufe des Lebens können sich Hämorrhoiden vergrößern, wobei es klassische Ursachen für das Größenwachstum gibt (Pressen beim Stuhlgang, chronische Verstopfung oder Durchfälle, Schwangerschaft, etc.). Gemeinsam ist den genannten Ursachen eine Druckerhöhung im Bauchraum, durch die der venöse Abstrom aus dem hämorrhoidalen Schwellkörper gestört ist. Die Vergrößerung der Hämorrhoiden erfolgt in der Regel über einen langen Zeitraum und durchläuft Stadien, die nachfolgend beschrieben werden.

Stadium I:

Geringfügige Vergrößerung der Hämorrhoidalknoten mit Reizung der Oberfläche, gelegentlicher Blutung und vermehrtem Sekretfluss. Therapeutisch kommen in diesem Stadium entzündungshemmende und blutungshemmende Salben oder Zäpfchen zum Einsatz. Die Hämorrhoidaldiagnostik erfolgt durch eine Proktoskopie, die schmerzlose Spiegelung der unteren 4 bis 5 cm des inneren Analkanals.

Stadium II:

Durch die Größenzunahme treten die Hämorrhoiden bei Stuhlgang in den Analkanal, ziehen sich aber von selbst wieder zurück. In diesem Stadium kommt es häufig zu Blutungen und wegen des verstärkten Sekretflusses zu Reizungen der perianalen Haut mit zum Teil heftigem Juckreiz. In diesem Stadium beginnt man mit der Behandlung durch Gummiringe, die schmerzfrei über den vergrößerten Hämorrhoidalknoten gelegt werden. Durch die nun fehlende Durchblutung kommt es zu einer Schrumpfung des Gewebes und somit zu einer Verkleinerung des Hämorrhoidalknotens.

Stadium III:

Während der Stuhlentleerung kommt es immer wieder zum partiellen Vorfall der vergrößerten Hämorrhoidalknoten – jetzt fehlt meist die Tendenz zur spontanen Rückbildung, so dass die Knoten mit der Hand zurückgeschoben werden müssen. Die perianale Haut ist meist deutlich gereizt, Blutungen sind häufig. Auch in diesem Stadium kann die Gummiringbehandlung zum Behandlungserfolg führen, teilweise kommen jetzt auch operative Behandlungsmethoden zum Einsatz.

Stadium IV:

In diesem Stadium kommt es zu einer dauerhaften Ausstülpung der Hämorrhoiden mit dem darunter liegenden Analkanal. Die Zurückschiebung mit der Hand gelingt nun nicht mehr. In der Regel sind zur Wiederherstellung der normalen Schließfunktion operative Maßnahmen nötig.

Achtung:
In jedem Stadium der Hämorrhoidalvergrößerung kann es zu Blutungen aus dem Analkanal kommen. Diese Blutungen sind in der Regel schmerzlos, weil die Hämorrhoidaloberfläche keine schmerzsensiblen Nerven trägt. Jede Blutung aus dem Analkanal kann allerdings auch eine andere Ursache haben (siehe Dickdarmspiegelung) und muss vor Beginn einer Hämorrhoidalbehandlung abgeklärt werden.

Anatomie des Enddarms

Anatomie des Enddarms

1 Hämorrhoiden
2 Krypte mit Afterdrüsen
3 Perianale Venen
4 Analkanal
5 Äußerer Schließmuskel
6 Innerer Schließmuskel
7 Enddarm